Titel-Thema: Hochzeit

Biblisch…..

Simson und Delila

Dramatisch und filmreif zeigt die Geschichte von Simson und Delila im Buch der Richter, Kap. 14 im Alten Testament, wie dicht Hoch-zeit und Tiefpunkt liegen können.

Anders gesagt: Menschen können auch scheitern, eine gemeinsame Zukunft steht nicht immer unter einem guten Stern, Menschen verändern sich. Das ist das Schöne an den biblischen Geschichten, dass sie neben dem gelingenden Leben auch scheiterndes Leben beschreiben. Denn so erleben wir das Leben: manches gelingt, in manchen Dingen scheitern wir, unbeabsichtigt und ungeplant.

Als Simson einmal in das Philisterdorf Timna hinabkam, fiel ihm dort ein Mädchen auf.

Er ging nach Hause und sagte zu seinem Vater und seiner Mutter: »Ich habe in Timna ein Mädchen gesehen, eine Philisterin. Gebt sie mir zur Frau!«

Die beiden erwiderten: »Musst du unbedingt eine Philisterin heiraten, eine aus diesem Volk von Unbeschnittenen? Gibt es in unserem Stamm und in unserem ganzen Volk denn kein Mädchen für dich?« Aber Simson sagte zu seinem Vater: »Gib mir die! Die gefällt mir!«

Seine Eltern konnten nicht wissen, dass der Herr seine Hand im Spiel hatte. Er wollte einen Anlass haben, um gegen die Philister vorzugehen, die damals über Israel herrschten.

Simson machte sich also mit seinem Vater und seiner Mutter auf den Weg nach Timna. Als sie an die Weinberge von Timna kamen, bog Simson vom Weg ab.[1] Da stand plötzlich ein brüllender Löwe vor ihm.

Der Geist des Herrn nahm Besitz von Simson und er zerriss den Löwen mit bloßen Händen, wie man ein gebratenes Böckchen beim Mahl in Stücke reißt. Seinen Eltern erzählte er nichts davon.

 Als er nach Timna kam, sprach er mit der Philisterin und sie gefiel ihm gut.

 Nach einiger Zeit ging er wieder nach Timna, um sie zur Frau zu nehmen. Unterwegs bog er vom Weg ab, um nach dem toten Löwen zu sehen. In dem Kadaver hatte sich ein Bienenvolk eingenistet und es war auch schon Honig da.

Er nahm den Honig heraus und aß im Weitergehen davon. Er ging zu seinem Vater und seiner Mutter hin und gab ihnen ebenfalls davon; er sagte ihnen aber nicht, dass er den Honig im Kadaver des Löwen gefunden hatte.

Simsons Vater ging nach Timna, um den Ehevertrag abzuschließen. Simson veranstaltete ein Festgelage, wie es damals bei den jungen Leuten üblich war.

Als die Bewohner von Timna ihn kommen sahen, wählten sie dreißig junge Männer aus, die mit ihm feiern sollten.

 Am ersten Tag des Festes sagte Simson zu ihnen: »Ich will euch ein Rätsel aufgeben. Wenn ihr es innerhalb der sieben Festtage lösen könnt, gebe ich jedem von euch ein leinenes Hemd und ein Festkleid.

 Könnt ihr es nicht, so muss jeder von euch mir ein Hemd und ein Festkleid geben.« Sie erwiderten: »Gut, lass uns dein Rätsel hören!« Und

Simson sagte es ihnen: »Vom Fresser kam Fraß, vom Starken kam Süßes.« Drei Tage lang versuchten sie, das Rätsel zu lösen, und konnten es nicht.

Am vierten Tag sagten sie zu Simsons Frau: »Bring doch deinen Mann dazu, dass er dir die Lösung verrät, und sag sie uns! Sonst werden wir dich mit dem ganzen Haus deines Vaters verbrennen. Ihr habt uns wohl eingeladen, um uns arm zu machen?«

 Da hängte die Frau sich weinend an Simsons Hals und sagte: »Du liebst mich nicht! Ich bin dir zuwider! Du hast meinen Landsleuten dieses Rätsel aufgegeben und hast mir nicht gesagt, was es bedeutet.« »Ich habe es nicht einmal meinem Vater und meiner Mutter gesagt«, erwiderte Simson. »Warum sollte ich es dann dir sagen?«

 Während der ganzen Festtage hing sie weinend an ihm. Schließlich am siebten Tag sagte er es ihr, weil sie ihm so zusetzte. Sie verriet die Lösung an die jungen Männer aus ihrem Volk (…).

Die zahlreichen Ehejubiläen in unserer Gemeinde sprechen eine andere Sprache: Wir erleben viele Goldene und Diamantene Hochzeiten: 50 bzw. 60 Jahre gemeinsame Zeit. Wenn ich nach dem Eherezept frage, das die Paare zusammenhält, wiederholte sich oft diese Antwort:

Man muss ein einem Strang ziehen und miteinander im Gespräch bleiben!

Historisch…

Martin Luther und „das weltlich Ding“…

In seiner Schrift „von Ehesachen“ von 1530 betont Martin Luther, dass die Ehe ein äußerlich, ein weltlich Ding ist und grenzt sich damit vom katholischen Eheverständnis ab, das die Ehe als Sakrament sieht. Laut Luther gibt es keinen biblischen Hinweis darauf, dass man die Ehe als Sakrament verstehen könnte. Die Ehe gehört für ihn von Anfang an in die Welt-jeder kann heiraten, ob Christ oder Heide, wie Luther sich ausdrückt. Gleichzeitig wertet Luther die Lebensform Ehe auf, die seinerzeit vom katholischen Glauben eher als „unvollkommen“ betrachtet wurde, da das Idealbild die Lebensform des Zölibates und der Jungfräulichkeit in den Mittelpunkt stellte. Mit der Aufwertung der Ehe spricht Luther dann auch nicht nur als „weltlich Ding“ von ihr, sondern auch als „heiliger Stand“.  Die Ehe soll unter Gottes Schutz und Segen stehen.

Bis 1871 allerdings waren staatlicher und kirchlicher Hochzeitsakt gar nicht zu trennen, da das Ineinander beider Institutionen dazu führte, dass Rituale einfach vollzogen wurden. Erst die Einführung des Personenstandsgesetzes in Preußen änderte das.

Und heute?

Das evangelische Verständnis sieht in der Ehe mehr als einen Rechtsakt. Gottes Segen soll auf den Menschen liegen, die in der Welt Verantwortung füreinander übernehmen. Dieser Segen weist aber auch über sich hinaus, auf die christliche Gemeinschaft in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Paare, die sich neben einer standesamtlichen, auch für eine kirchliche Trauung entschieden, entscheiden sich ganz bewusst für diesen Segen.

2019 hat das Kirchenparlament der Hannoverschen Landeskirche beschlossen, dass gleichgeschlechtliche Paare vor dem Traualtar gleichgestellt werden. 

Alida Weinert

P.S: Leider können wir hier nur einzelne Aspekte des umfangreichen Themas darstellen. Unvollständigkeit garantiert!