Ge-added!

„Als Freundin“ hinzufügen“ klickt Lisa, oder umgamgssprachlich-englisch nur noch „adden“. Lisa hat schon einige Freunde auf ihrem facebook-account zusammen. Wobei das auch schon wieder out ist und man sich nun wohl eher auf Insta oder sonstwas virtuell zusammenklickt. Die meisten kennt Lisa aus der Schule. Und bis vor einer Stunde war sie auch noch dort. Aber nun, zuhause, will sie zwischen Mittagessen und Hausaufgaben nochmal kurz checken, was ihre Freundinnen, inzwischen auch Zuhause angekommen, „posten“. Lisa hat also gerade ihre Mitschülerin Anja als Freundin geadded als ihr plötzlich das Herz stehen bleibt. Malte aus der 9. hat ihr eine Freundschaftsanfrage geschickt. Lisa findet ihn schon lange toll, aber nie hätte sie sich getraut ihn anzusprechen. Schnell added sie ihn zu ihrer Freundesliste. Inzwischen hat Svenja an Lisas Pinnwand geschrieben: Treffen am Freitagabend bei mir. Lisas Glück ist perfekt, denn sie weiß, dass Malte auch kommt. Endlich kann sie ihn ansprechen, ohne Angst haben zu müssen, dass Malte überhaupt keinen Plan hat, wer sie ist. Unterdessen haben Anja und Svenja via facebook auch mitbekommen, dass Lisa nun mit Malte befreundet ist, und kommentieren das Geschehen mit „gefällt mir“!, während Ines, die sich gerade einloggt, Lisa per Pinnwandeintrag die Freundschaft kündigt, denn sie findet Malte selbst ganz süß.

Diese kleine Episode ist Alltag bei den „social networks“ im Internet, und irgendwie ist dort jeder mit jedem befreundet. Trotz aller berechtigten Kritik an diesen virtuellen Freundschaften, erinnert mich das alles an ein viel älteres und gut etabliertes soziales Netzwerk, gegründet von einem, der schon gar nicht mehr lebt. Zu Lebzeiten, vor ca. 2000 Jahren, hat er Gemeinschaft vorgelebt, z. B. mit seinen 12 Freunden, aber auch mit anderen, vor allem denen, die keine Freunde hatten. Dieser Mensch erzählte sein ganzes Leben lang von dem Gott, dessen Freundschaft ewig ist, der zu jedem Menschen sagt „gefällt mir“!

In der Taufe macht uns Gott ein Freundschaftsangebot, wir können zu ihm gehören, mit all den Menschen, die vor uns waren und nach uns kommen. Wir teilen mit ihnen allen den christlichen Glauben und sind durch Gott mit ihnen, den vielen Christen dieser Welt, verbunden, auch wenn wir bei weitem nicht alle persönlich kennen. Ein klassisches soziales Netzwerk eben! Irgendwie ist es schon cool dazuzugehören, findet auch Lisa und „added“ Gott zu ihren Freunden, diesmal im ganz realen Leben, bei ihrer Konfirmation.

Es grüßt Sie Ihre Alida Weinert