Elf FreundInnen müsst Ihr sein…..

Der Slogan lässt es erahnen, es geht wieder los mit dem Fußballfieber zur WM, die in diesem Monat beginnt. 

Ob man nun befreundet sein muss, um erfolgreich als Mannschaft zusammenzuspielen, sei dahingestellt. Aber ein gewisses Harmonieren auf dem Feld und ein gegenseitiges Wissen um die Stärken und Schwächen des anderen ist unverzichtbar. Sich aufeinander verlassen zu können in einer Mannschaft ist ebenfalls wichtig, und eine Prise Demut (ich bin Teil eines Teams und nicht selbst das Team) sowieso. Und wenn dann auch auf dem Feld nicht gewonnen wird, weil ja auch immer eine Portion Glück zum Ganzen dazugehört, funktioniert es doch wenigstens mit dem Teamgeist. Man steht füreinander ein und zieht am gleichen Strang!

Das alles kommt nicht von selbst. Der Amerikanische Psychologe Bruce Tuckman hat die Entwicklung von Gruppenprozessen analysiert und herausgefunden, was „sich in einer Gruppe tut“ bis diese erfolgreich zusammenarbeitet. 

Er unterscheidet vier Phasen:

„Forming“ (dt. formen): die Findungsphase: Hier lernt man sich kennen, die Beziehung untereinander steht im Vordergrund, um beim Fußball zu bleiben: Wer spielt zusammen?

„Storming“ (dt. stürmen): die Konfliktphase: hier kommt es zu Unstimmigkeiten über Ziele und Prioritäten in der Gruppe. Es kommt zu Spannungen und Konflikten: Nicht jede/r kann der MittelstürmerIn sein….

„Norming“ (dt. Normierung): Die Gruppe diskutiert Regeln und findet eine Übereinkunft, die Einzelnen finden ihre Rolle, es wird verstärkt kooperiert, die gegenseitige Akzeptanz steigt und die Aufgabe der Gruppe rückt in den Mittelpunkt: Wer spielt am Effektivsten auf welcher Position?

„Performing“ (dt. Durchführung): die Arbeits-und Leistungsphase beginnt: Der Ball wird gespielt…

 

In unserer Kirche wird viel in Teams und Mannschaften gespielt. Die berühmteste biblische 

Mannschaft sind wohl Jesus und seine 12 Jünger. Auch sie mussten sich erst finden, auch an ihnen ging die „Gruppendynamik“ nicht vorbei. Wer ist der Größte unter uns, fragen sie ich bei Markus im 9. Kapitel, und wissen eigentlich schon, dass sie von Jesus darauf keine Antwort bekommen. Er stellt ein (kleines) Kind in ihre Mitte und sagt: Wer ein solches Kind in meine Namen aufnimmt, der nimmt mich auf…..

Auch die Jünger Jesu finden dann in ihre „performing“ Phase.

 

In unserer Kirche und im sozialen Leben allgemein, wird viel in ehrenamtlichen Teams und Mannschaften gespielt. Der Faktor Geld bzw. Bezahlung, spielt im Gegensatz zum Profifußball hier keine Rolle. Wer hier mitspielt, wird nicht reich an Geld, ist freiwillig dabei. Möchte sich freiwillig engagieren, weil es Spaß macht und Selbsterfüllung gibt, möchte soziale Kontakte knüpfen.

Hat man die Phasen der Teamentwicklung durchlaufen, wird landauf landab soziales und kulturelles Leben auf die Beine gestellt, was auch mit Geld gar nicht bezahlbar wäre. 

Das Ehrenamt ist ein großer Schatz. Ohne es wäre z.B. kirchliches Leben kaum möglich.

Im Glauben und in der Nachfolge Jesu für die Menschen in der Sache zu „performen“ ist für bestimmte Menschen bereichernd, manchmal entstehen durch ein Ehrenamt auch Freundschaften, wahrscheinlich eine der größten Bereicherungen im „non profit“ Bereich. 

„Werde Teil unseres Teams“, kann ich da nur sagen, und habe Jesus im Ohr: Der/die Kleinste unter euch allen ist der/die Größte. Nach Norming kommt performing.

Es dankt für alles ehrenamtliche Engagement  Ihre Alida Weinert