"Was willst Du?"

Schon bei dieser Fragestellung höre ich mich mir selbst ins Wort fallen: Es muss „möchten“ heißen. Also: was möchtest Du? So klingt es höflicher, zurückhaltender, bescheidener.

Aber genau das soll es ja nicht sein, zumindest nicht zurückhaltend und bescheiden, höflich schon. Aber „wollen“ ist doch in der Bedeutung dringlicher, existentieller als „möchten“.

Einmal hörte Jesus einen Menschen so flehend und verlangend nach ihm rufen, dass Jesus diesen Menschen zu sich bat. Schon das war eine Herausforderung, da dieser Mensch nicht sehen konnte. Jesus fragte ihn, der mit Namen Bartimäus hieß: Was willst Du, dass ich dir tue?

Bartimäus antwortet direkt: Meister, dass ich sehen kann. Klare Frage, klare Antwort. Die Geschichte endet damit, dass Jesus Bartimäus mit den Worten entlässt: Geh hin, dein Glaube hat dir geholfen. Alles hatte Bartimäus auf die Begegnung mit Jesus gesetzt, Vertrauensvorschuss gegeben, und er wird nicht enttäuscht. (nach Markus 10, 46ff).

Wollen ist existentiell. Jesus fragt nicht: was möchtest Du? Ein „möchten“ wäre nicht angemessen. „Möchten“ möchte man ein Eis, aber was Bartimäus braucht, muss anders formuliert werden. Bartimäus sieht nun: Auf sich, seinen Lebensweg, seine Zukunft.

Was willst Du? 

Ja, Du! 

  • Was willst Du für Dein Leben und Deine Lieben? 
  • Was willst Du auf keinen Fall?
  • Was ist so von Bedeutung in Deinem Leben, dass dafür kein „möchten“ ausreicht?
  • Wo darf es keinen Kompromiss geben in Deinem Leben?
  • Was willst Du vom Glauben, von unserem Gott? Ganz unbescheiden und direkt frage ich Dich!

Vielleicht bietet die Sommerzeit Möglichkeiten, die Gedanken zu diesem Thema schweifen zu lassen. 

Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen Ihre Alida Griese