Wenn ich an die Hoffnung denke, dann kommt mir immer ein Zitat der Shoaüberlebenden Anita Lasker-Wallfisch in den Sinn „Man hofft, solange man atmet. Ja, die Hoffnung, sie ist etwas Universales, was jedem Menschen innewohnt und sie ist nicht totzukriegen. Selbst in unserem Herrn Jesus Christus, als er am Kreuz hängt und Todesqualen stirbt, versiegt die Hoffnung nicht. Denn er betet zu Gott und fragt ihn an: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?“ Da ist Hoffnung auf einen Gott, der auf die Seinen schaut, trotz aller Todesqualen. Ein Gott, der ihn nicht vergessen und nicht aufzugeben vermag. Doch dann wird die Hoffnung kleiner und kleiner und scheint doch zu sterben. Doch dann geschieht das Unvorstellbare – Jesus ist auferstanden von den Toten und er wird auch in diesem Jahr von den Toten auferstehen. Der Tod hat nicht das letzte Wort, dass ist die Hoffnung, die wir haben und niemals verlieren. An Ostern wird sie zu einer unvorstellbaren Gewissheit. Was für eine Botschaft. Was für eine Hoffnung, dass auch wir und alle unsere Liebsten einst auferstehen werden von den Toten. Die Hoffnung, am Osterfest erstrahlt sie in neuer und unversiegbarer Blüte. Aber in diesen Tagen beginnt es nicht nur zu grünen und zu blühen allüberall. Nein, auch die Sonne strahlt uns mit voller Kraft den Weg ins Osterlicht. Nach dem dunklen Winter können viele Menschen sie wohl mehr gebrauchen als alles andere. In der christlichen Tradition stehen das Licht und die Sonne für den Auferstandenen. Im Johannesevangelium bezeichnet er sich selbst sogar als das Licht der Welt (Joh 8,12) und mir schenkt diese Botschaft in diesen Tagen Hoffnung auf mehr. Hoffnung darauf, dass die Dunkelheit, alle Grausamkeiten und der Tod nicht das letzte Wort haben. Christus, er ist die wahre Sonne. Die Hoffnung, das Licht und das Leben sind es, die das letzte Wort haben. Christus ist es, der uns den Weg weist. Er lässt die Hoffnung in uns erblühen und jetzt, in dieser farbenreichen Frühlingszeit, wird er auferstehen von den Toten.
Sarah Pantke