FriedensDekade 2026
Du warst hier und wir waren frei. Und die Morgensonne schien. Es gab keine Angst und nichts zu verlieren. Es war Friede bei den Menschen und unter den Tieren. Das war das Paradies. (Rio Reiser: „Der Traum ist aus“)
Es sind Worte, die seit Wochen in mir nachklingen. Denn auch ich träume vom Frieden, sehne mich nach ihm. Und zugleich verspüre ich eine tiefe Dankbarkeit. Dankbarkeit dafür, dass ich in einer freiheitlich-demokratischen Grundordnung leben darf.
Das ist keine Selbstverständlichkeit!
Das lässt uns auch die diesjährige FriedensDekade spüren.
In diesem Jahr stellt sie besonders mutige Frauen in den Mittelpunkt. Pionierinnen des Friedens werden sie genannt. Frauen, die aufgestanden sind, als andere schwiegen. Und unter ihnen ist auch eine Frau, die sitzenblieb und so zur Widerstandskämpferin wurde. Ihr Name ist Rosa Parks. Eine Pionierin des Friedens ist sie.
Eine Frau, die neben vielen anderen Frauen Teil der Ausstellung „Frauen des Friedens – Pionierinnen mutiger Widerständigkeit“ während der FriedensDekade (8.-18. November) in der Liebfrauenkirche sein wird.
Doch wie sieht es eigentlich in unserer Heiligen Schrift aus? Finden wir auch in ihr mutige Frauen? Frauen, die couragiert und widerständig gehandelt haben? Frauen, die es wagten Gott mehr zu gehorchen als den Menschen. Nun, wie sieht es aus? Kommt Ihnen der ein oder andere Name in den Sinn? In der Zeit der Vorbereitung zur FriedensDekde wurde mir der mutige Widerstand der Hebammen Schifra und Pua wieder ins Gedächtnis gerufen. Schifra und Pua, ihre Namen finden wir im Buch Exodus 1,15-21. Dort lesen wir, dass der Pharao Angst um seine Macht hat. Er ordnet an, dass alle männlichen Erstgeborenen der Hebräer*innen getötet werden sollen. Doch diese Rechnung hat er ohne die gottesfürchtigen Hebammen Schifra und Pua gemacht. Seinem düsteren Auftrag wollen sie nicht folgen. Sie geben vielmehr ihrer inneren Sehnsucht nach Freiheit Raum und nutzen ihre Freiräume. Doch ihr Handeln bleibt nicht ohne Folgen. Der Pharao ist stinksauer und stellt die Frauen zur Rede, warum sie die männlichen Erstgeborenen leben lassen. In diesem Moment handeln die beiden Hebammen listig und erzählen dem Pharao, dass die hebräischen Frauen sehr starke Frauen seien. Sobald sie einträfen, haben die Frauen bereits ihre Kinder geboren. Couragiert und widerständig handeln sie und bringen so gemäß ihren Namen Schifra und Pua Schönheit und Glanz in diese Welt. Die eigenen Handlungsspielräume auszuloten und ihnen immer wieder Raum zu geben, darum geht es im Leben. Ohne Angst vor Konsequenzen der Liebe zur Freiheit nachgehen und darauf zu vertrauen, dass Gott uns so in eine verheißungsvolle Zukunft führen wird, dass er uns Gutes tut, so wie er es den Hebammen getan hat. Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“ (2. Tomotheus 1,7)
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch eine segensreiche Zeit und freue mich auf die Begegnungen im Rahmen der FriedensDekade (6.-18. November).
Sarah Pantke