Pastorin Anna Wißmann verlässt die Johannesgemeinde

Nachricht 01. August 2021

Zehn Jahre lang war sie Pastorin in der Johannesgemeinde und im verbundenen Stadtpfarramt mit Liebfrauen, nun wechselt Anna Wißmann in die Kirchengemeinde Bergen im Kirchenkreis Soltau. „Dies ist kein leichter Abschied für mich“, betont die 46-Jährige. Mit Leidenschaft und Engagement war sie in ihrer Gemeinde und weit darüber hinaus tätig. Ihre Predigten zogen Menschen über die Gemeindegrenzen hinaus an, zugleich war ihr die Seelsorge und die Stärkung des Gemeinwohls wichtig: „Ich glaube, dass Kirchengemeinden Orte der Hoffnung sein sollen.“ 

Ein Schwerpunkt ihres Auftrags war die Arbeit mit Kindern, aber genauso wichtig waren ihr Angebote für die anderen Altersgruppen, mit den jeweils besonderen Herausforderungen am Beginn, in der Mitte und am Ende des Lebens. Was sie als eigene Kraftquelle erlebte, etablierte sie als neues Angebot in der Gemeinde: Einen Bibelgesprächskreis für alle Interessierten. „Ich war sehr gern Teil der Gemeinde in Johannes, die Lebendigkeit und das Engagement hier haben mich immer wieder inspiriert.“ Neue Impulse verdankte sie ebenso wie die Gemeinde dem stetigen Zuwachs durch zugewanderte Christen aus dem Iran. Jahrelang führte sie Taufunterricht für Menschen aus einem anderen Kulturkreis durch. „Das war für mich persönlich, für meinen eigenen Glauben enorm bereichernd“, sagt sie, „und jede Gemeinde profitiert von Erfahrungen, Talenten und Überzeugungen, die unterschiedliche Menschen in die Gemeinschaft einbringen.“ 

Eindrückliches Beispiel für die integrative Kraft gemeinschaftlichen Engagements ist die Tafelarbeit der Johannesgemeinde. Gemeinsam mit Ulla Paczkowski und Jürgen Kassebeer managte Pastorin Wißmann die Überführung der langjährigen Tafelarbeit als Filialstelle der Nienburger Tafel in die Selbständigkeit, in Trägerschaft der Johannesgemeinde. „Bei der Tafel ist immer großartige Arbeit geleistet worden“, sagt die Pastorin, „aber das gilt noch einmal besonders für die schwierige Zeit der Pandemie – durch das überwältigende Engagement unserer Ehrenamtlichen wie auch vieler anderer Neustädter, die in dieser Zeit mit eingesprungen sind, war es möglich, die Tafelausgabe die ganze Zeit über offen zu halten.“ Zu danken ist dies auch der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul, weil die Tafel während der Bauphase des Johannes-Gemeindehauses dort Gastfreundschaft genießt: Ein Zeichen der lebendigen ökumenischen Verbundenheit. Die liegt Anna Wißmann besonders am Herzen.  Sowohl in der katholischen Kirche wie auch in der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde in Neustadt hat sie mehrfach gepredigt. „Das Miteinander der christlichen Konfessionen hier in unserer Stadt ist schon außergewöhnlich, unsere gemeinsamen Gottesdienste und Projekte sind ein wichtiges Zeichen für die Hoffnung, die uns verbindet.“

Anna Wißmann ist seit vielen Jahren auch im Ethik-Komitee des Palliativstützpunktes in Nienburg tätig, ebenso wie in einer Prüfungskommission zum Zweiten Theologischen Examen der Konföderation Evangelischer Kirchen in Niedersachsen. „In erster Linie aber bin ich Gemeindepastorin“, sagt sie. „Mit Menschen aller Art und jeden Alters nach Gott und seinem Willen für unser Leben zu fragen, in einer Gemeinschaft zu stehen, die füreinander da ist und zugleich für andere, sich von Jesus Christus ermutigen und auf eine heilsame Art auch immer wieder irritieren und auf neue Wege bringen zu lassen: Das bedeutet Gemeinde für mich. Und ich bin dankbar für zehn intensive Jahre hier.“ 

Auch im Kollegen*innenkreis war Anna Wißmann stets eine verlässliche Partnerin, „mit frischen Ideen für eine lebendige und den Menschen zugewandte Kirche“, sagt Pastor Marcus Buchholz von der Liebfrauen-Kirchengemeinde und stellvertretender Superintendent: „Der Kirchenkreis dankt Anna Wißmann für Ihr unermüdliches Engagement vor allem in der Seelsorge“, so Buchholz.

Pastorin Anna Wißmann wird sich mit einem Gottesdienst in der Johanneskirche am Nachmittag des 18. Juli verabschieden.