Ehrenamt

Nachricht Bordenau, 15. Oktober 2022

Welcher Verein wünscht sich dieser Tage nicht mehr Ehrenamtliche? Die Ideen für gemeinnützige Projekte, neue Veranstaltungen sind da, aber es sind zu wenige Menschen da, dies sie umsetzen und begleiten könnten……

„Es sind immer die Gleichen“, die sich engagieren, hört man, und: „wir können nicht noch mehr machen, das schaffen wir nicht.“ 

Dabei wäre es doch schön: jede Woche Kindergottesdienst, jede Woche Altennachmittag, Geburtstagsbesuchsdienst, eine neue Sparte im Sportverein und so weiter. Doch ehrenamtliche Mitarbeitende sind schwer zu finden.

Gerade der kirchliche Bereich lebt fast ausschließlich von ehrenamtlicher Mitarbeit. Aber zuvor kurz ein Blick in die Historie:

Seit der Antike gehört das sich individuelle Einbringen (unentgeltlich) zum Wohle der Allgemeinheit zum festen Bestandteil der abendländischen Tradition. Ein sinnerfülltes Leben verbringt der, der sich „einbringt“. Das Amt war eine Frage der Ehre: wer sich ehrenamtlich engagierte, war angesehen.

Im Mittelalter zeigt sich das biblische Liebesgebot in der Gestaltung der Armen-und Krankenversorgung. In der frühen Neuzeit wurde das Ehrenamt formalisiert und institutionell verankert. Während der industriellen Revolution verblasste das Ehrenamt etwas zugunsten der „Leistung“. Angesehen war, wer etwas leistet, nicht, wer sich für das Allgemeinwohl einsetzte. Mit dem Theologen Johann Hinrich Wichern aus Hamburg begann Mitte des 19. Jahrhundert die organisierte kirchliche Sozialarbeit in Form von „Diakonie“.

Nach „Zwangsehrenamt“ zur Zeit des Nationalsozialismus, musste sich das Ehrenamt erst wieder neu definieren. Es gibt verschiedenen Bereiche des ehrenamtlichen Wirkens: ob staatlich/kommunal (Ratsmitglieder), oder kirchlich (Kirchenvorstehende), oder gemeinschaftlich (Hospizhelfende/Rotes Kreuz), oder sportlich oder schulisch, die Bereiche sind breit gefächert.

Manchmal ist der Eindruck vorherrschend, dass zu wenig Zeit für`s Ehrenamt bleibt, dass man ja gerne würde, wenn man mehr Zeit zur Verfügung hätte. ….

Einladung: 

Wir haben uns im Kirchenvorstand die Frage gestellt, was wir in Bordenau und Poggenhagen ehrenamtlich für die Menschen als Kirche tun können? Was fehlt? Was sollte angeboten werden? Gerade nach der Coronazeit kam diese Frage auf. Die zweite, damit unmittelbar verknüpfte Frage ist? Wer macht das, was gebraucht wird? Denn auch wir machen die Erfahrung, dass Ehrenamtliche schwer zu finden sind. Und: wer leitet ehrenamtlich die Gemeinde, wenn 2024 die Wahl eines neuen Kirchenvorstands ansteht.

Am 7. Oktober von 16-19 Uhr wollen wir mit Ihnen daher zu einer Gemeindeversammlung zusammenkommen: Was sollte Kirche tun und was wäre ich ganz persönlich bereit, dazu zu tun. Denn: „Die Kirche“ gibt es nicht, es gibt nur ein paar wenig Hauptamliche, der größte Teil, der am meisten was bewegen kann im Ort, sind die Mitglieder, die zu Ehrenamtlichen werden können.

Kommen Sie am 7. Oktober ins Gemeindehaus nach Poggenhagen und bringen Sie gerne eine weitere Person mit.

Alida Weinert